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DAS NEUE À LA CARTE-RESTAURANT LENI'S IM STANGLWIRT – EINE LIEBEVOLLE HOMMAGE AN DIE GROßMUTTER VON MARIA HAUSER, DIE MIT TRADITIONELLER HAUSMANNSKOST, LIEBEVOLLER HINGABE UND VIEL HERZ IHRE GÄSTE BEWIRTETE

Text und Interview: Yvonne Hartl  / Bilder: © Stanglwirt 

Seit Ende letzten Jahres bereichert ein weiteres kulinarisches Highlight – in Form eines neuen á la carte Restaurants – den Stanglwirt. Das Leni's ist eine liebevolle Hommage an die Großmutter von Gastgeberin Maria Hauser und ein gemütlicher Treffpunkt für unvergessliche Genussmomente in ungezwungener und geselliger Atmosphäre. Hier vereinen sich mediterrane, traditionelle und liebgewonnene Klassiker mit gesundem, modernen Health-Food und werden zum besonderen Geschmackserlebnis mit innovativer Food-Sharing Option. Im einzigartigen Ambiente des Leni's genießt man unglaublich leckeres Soulfood – immer begleitet von der tiefen Herzlichkeit, dem Traditionsbewusstsein und dem ausgeprägten Familiensinn der Gastgeberfamilie Hauser, die den Stanglwirt seit jeher prägt und so besonders macht. 

WIR TRAFEN UNS MIT STANGLWIRT-GASTGEBERIN MARIA HAUSER ZUM GEMÜTLICHEN KAFFEE-GESPRÄCH. HIERBEI ERZÄHLTE SIE UNS MIT VIEL LIEBE UND PASSION VOM NEUEN RESTAURANT, IHRER GROßMUTTER LENI UND IHREM „DAHOAM" DEM STANGLWIRT 

LIEBE MARIA, IHR HABT VOR KURZEM MIT DEM LENI’S EIN NEUES À LA CARTE RESTAURANT MIT INS HOTEL INTEGRIERT. WAS HAT EUCH DAZU BEWOGEN ÜBERHAUPT EIN NEUES, ZUSÄTZLICHES RESTAURANT ZU ERÖFFNEN?

MARIA HAUSER: Ja das ist ganz interessant, denn das Verhalten, die Konsumation und das Erlebnis von Kulinarik im Urlaub hat sich über die Jahre echt ein bisschen verändert. Ich glaube, dass das mitunter mit einem anderen Körperbewusstsein einher geht, dass man am Abend eben nicht mehr unbedingt ein umfangreiches Acht-Gänge-Menü essen möchte. Das ist einfach für Viele, sowohl vom gesundheitlichen Aspekt aus als auch vom allgemeinen Wohlbefinden her geschuldet. Einige können danach nicht mehr so gut schlafen oder sie fühlen sich abends nicht wohl noch so viel – oder überhaupt etwas – zu essen. Zum Anderen sind da natürlich die Familien mit kleinen Kindern, bei denen der zeitliche Aspekt eine große Rolle spielt und die nicht unbedingt ein langes, mehrere Gänge umfassendes Menü essen möchten, das mitunter bis in den späten Abend hinein reicht. Auf das haben wir jetzt einfach mal reagieren wollen. Es gibt natürlich weiterhin schon die große Nachfrage nach unseren umfangreichen Menüs, deshalb werden wir die auch selbstverständlich immer beibehalten. Gerade unsere Acht-Gänge-Menüs oder die Buffet-Abende zweimal die Woche, sind nämlich sehr, sehr beliebt. 

Es hat sich einfach wunderbar angeboten, dass wir in unser früheres Kamin Bistro – ein wunderschöner Raum, der an sich schon ein ganz besonderes Ambiente hat, eine Showküche einbauen und mit einem ganz neuen und eigenem Kulinarik-Team – sowohl Küchen- als auch Serviceteam – sowie einem neuen, stilvollen Interieur-Design bereichern. Untertags servieren wir leichte, mediterrane Küche mit kreativen Bowls und Salaten in allen Variationen. Das gibt dem Gast auch untertags die Möglichkeit eine leichte, gesunde Küche zu erleben und am Abend dann die besonderen Dry Age Steaks und die tolle Fischauswahl zu genießen. Ein absolutes Highlight ist die Pizza, die im Leni's im eigenen Steinofen gebacken und von einem preisgekrönten Pizzaiolo, der eigens nur für das Leni's ins Team geholt wurde, zubereitet wird. Alles entspricht unserer exzellenten Kulinarik und einem hohen Anspruch, aber mit der einfachen Trennung: Acht-Gang- Gourmet-Menü weiterhin im Hotelrestaurant „Dreiklang" und im Leni's die charmante á la carte Auswahl, die natürlich gerade für Familien mit Kindern großartig ist. 

Eine wichtige Philosophie bei uns ist ja immer das Bäuerliche und der bäuerliche Gedanke, dem wir sind seit über 400 Jahren auf unserem lebendigen Bio-Bauernhof folgen. Das ist unser Ursprung und unser Kern. Es sind im alpinen Raum viele Hotelbetriebe aus Bauernhöfen entstanden, aber meistens musste dieser irgendwann dem Hotelbetrieb weichen. Bei uns ist das anders, wir sagen immer, wir sind der einzige Bio- Bauernhof mit integriertem Luxushotel und nicht umgekehrt. Deshalb haben wir gesagt, eigentlich wäre es schön, wenn wir ein Familienrestaurant für mehrere Generationen machen. Wir haben viele Drei-Generationen-Familien bei uns zu Gast und wir selbst sind ebenfalls eine Drei-Generationen-Familie. Deshalb wollten wir etwas, was diesen bäuerlichen Gedanken vom gemeinsamen Essen und Teilen am Tisch aufgreift. Natürlich ist es möglich, dass man ein einzelnes Gericht für sich selbst bestellt, aber man kann sich durch das „Family Style Sharing", die Schüsseln und Teller auch bequem mitten auf den Tisch stellen lassen und gemeinsam die unterschiedlichen Gerichte und Pizzen teilen. Dieses „Sowohl-als-auch- Prinzip", in dem jeder sein eigenes Gericht bestellen kann oder Mehrere miteinander und untereinander teilen, kommt bisher sehr gut an – was uns total freut. 

Das Restaurant bekam den Namen Leni's, weil meine Großmutter Leni, eine begnadete Köchin war und auf ihrem Bauernhof immer alle zum Essen an ihrem großen Bauerntisch zusammengebracht hat – was immer sehr gesellig und familiär war. Deshalb haben wir gesagt, wir möchten ihr und dieser Philosophie, die sie Tag ein Tag aus gelebt hat, dieses neue Restaurant widmen. Und schön ist auch wieder, dass meine Mutter, zwar jetzt keine Leni im klassischen Sinn ist, aber eine Magdalena und meine Tochter ebenfalls den Namen Leni trägt, dadurch haben wir im Restaurantnamen wieder den direkten Bezug auf unsere drei Generationen und ehren damit weitere geliebte Familienmitglieder. Deswegen haben wir auch Gemälde von den Dreien machen lassen und im Restaurant platziert. Ein schönes Projekt mit Bedeutung, denn beim Stanglwirt wird immer alles – das ist uns besonders wichtig – einer Philosophie oder Geschichte unterstellt. Es sollte nicht einfach nur ein wahlloses durchdesigntes Konzept von irgendeiner Agentur sein, sondern etwas was mit der Familie zu tun hat, mit unserer bäuerlichen Herkunft und mit unserer Verbundenheit zur Region. 

Maria Hauser (links), mit ihrem Bruder Johannes (mitte) und ihrer Schwester Elisabeth (rechts) vor dem 

WIE EBEN SCHON ERWÄHNT, IST DAS NEUE RESTAURANT EINE HOMMAGE AN EURE GROßMUTTER LENI, MÖCHTEST DU EIN WENIG VON IHR ERZÄHLEN? WIE WAR SIE DENN SO? 

Meine Oma war eine großartige Gastgeberin und eine sehr herzliche und auch stolze Bäuerin. Ich war sehr eng mit ihr verbunden und verbrachte auch viel Zeit bei ihr. Sie hat jeden Tag eine „Gretelfrisur“ getragen und hatte bis ins hohe Alter die schönsten und dicksten, weißgrauen Haare. Als ich ein kleines Kind war bin ich immer extra um fünf Uhr in der Früh mit ihr aufgestanden, weil ich zuschauen wollte wie sie den Zopf öffnet und dann mit der Bürste – wie Rapunzel – ihre Haare kämmt. Anschließend hat sie sich den Zopf wie der aufgeflochten und der war dann wie eine Krone für sie. Sie hatte immer eine ganz besondere Ausstrahlung, etwas Stolzes und dieses besonders Würdevolle. 

Ich war einmal mit ihr in Salzburg in der Getreidegasse unterwegs und dann sind die Leute, vor allem die Touristen, stehen geblieben und haben Fotos von ihr gemacht, weil sie einfach so für die Tradition, für das Würdige und für das was auch unsere Gegend und den alpinen Gedanken ausmacht, in Persona repräsentiert hat und das mit so viel Charisma und einer wahnsinnigen Herzlichkeit. 

Sie ist so bei sich gewesen und das ist was, das glaube ich nur wenige Menschen überhaupt erreichen, dass man sagt ich verstelle mich nicht, ich bin so wie ich bin und ich bin stolz auf das was und woher ich bin – und gerade auf ihren Bauernstand war sie besonders stolz. Sie war einfach eine großartige, strahlende Persönlichkeit. 

Sie hat selber ein Gästehaus auf ihrem Hof betrieben und alle Besucher stets mit einer Umarmung empfangen. Wenn diese dann wieder gefahren sind hat sie, wie im Film, zum Abschied mit dem Taschentuch gewunken. Sie hat liebend gerne Gäste und die ganze Familie bei sich am Tisch bewirtet, mit dem besten Essen und einem ganz unfassbarem Geschmackssinn. Alles hat einfach so sensationell geschmeckt, allem voran ihr legendärer Kartoffelsalat. Den haben wir ja sogar auch auf der Karte und der ist so berühmt, auch innerhalb der Familie, dass wir den so lange geübt haben, bis wir überhaupt mal annähernd an ihr Originalrezept rangekommen sind. Denn das ausschlaggebende sind immer diese speziellen Gewürzemischungen und kleinen Tricks von einer Person, die man erst nach und nach rausfinden muss. Sie hat uns natürlich schon immer ungefähr gesagt, was sie da nimmt, aber da sind oft minimale Nuancen, die einen großen Unterschied machen. Auch die Energie der Person die etwas zubereitet ist entscheidend, weil es hierbei einfach Dinge gibt, die kann man so nicht beschreiben oder imitieren. 

Ich hab mich so unglaublich gefreut, als ich das Gemälde von ihr das erste Mal gesehen habe, weil ich mir einfach nur gedacht habe, wow! Du weißt ja im Vorfeld oft nicht, wie der Maler, der die Person nicht gekannt hat, das Gemälde nur anhand eines Foto interpretiert. Aber die Augen sind so lebendig und einfach so präsent, dass ich sofort das Gefühl hatte, das alles hier hat ihren Segen. Das Portrait wird auch sensationell angenommen. Ich bin nach wie vor total mit ihr verbunden und sie war mein absoluter Herzensmensch. Sie hat so eine unglaubliche Ausstrahlung gehabt und ich freue mich sehr, dass sie jetzt mit dem Leni's ihre gebührende Hommage und einen festen Platz im Stanglwirt hat. 

Frisch aus dem Steinofen und zum Niederknien lecker – die Pizzen im Leni's sollte man unbedingt probiert haben

WAS WÜNSCHST DU DEN GÄSTEN DIE IM LENIS ESSEN? 

Zeit die wirklich wertvoll ist. Eine bewusste gemeinsame Zeit, die geprägt ist von einfach und präsent miteinander Beisammensein, mit viel Freude, tollen Gesprächen und viel Genuss. Eine Zeit um mit dem Gaumen und vor allem mit der Seele und dem Herzen zu genießen. 

HAST DU SELBST SCHON EIN LENI’S LIEBLINGSGERICHT ODER EIN ALLGEMEINES ABSOLUTES LIEBLINGSESSEN? 

Also im Leni's esse ich in der Tat echt sehr gerne die klassische Pizza Margherita, denn die ist einfach fantastisch. Mittags gerne die Bowls, gerade die Superfood Bowl, die finde ich richtig richtig gut. Mein absolutes Lieblingsgericht ist eigentlich recht witzig, das gibt es jetzt nicht im Leni's aber das bestelle ich sehr gerne öfter bei uns in der Patisserie, das sind Moosbeernocken. Das ist eine Mehlspeise mit Blaubeeren. Das ist eigentlich ähnlich wie ein Kaiserschmarn-Teig, aber du mischst kleine Blaubeeren – nicht so große, sondern die richtigen Mini-Beeren direkt aus dem Wald – mit hinein. Die platzen dann auf und der Teig wird ganz blau. Anschließend macht man in der Pfanne dann daraus kleine „Fleckal". Wenn du die dann isst, hast du danach eine brutal blaue Zunge. Also am besten direkt danach nicht gleich unter Menschen gehen. Die schmecken so unfassbar gut und sind süß-säuerlich aber nicht zu süß. Das ist richtig lecker, ich liebe die total. 

ABGESEHEN VOM LENI’S, WO IST DEIN ABSOLUTER LIEBLINGSPLATZ IM STANGLWIRT? WELCHE JAHRESZEIT IST DIR DIE LIEBSTE UND WELCHE TAGESZEIT BEVORZUGST DU? 

Im Stanglwirt habe ich einige Lieblingsplätze, deshalb ist es sehr schwierig einen Einzigen zu benennen. Ich finde eine totale Kraft hat der Naturbadesee in unseren Wellness-Welten. Mit dem rauschenden Wasserfall, dahinter der majestätische Wilde Kaiser und dieser Mix der Elemente den man dort erlebt, das Erdige vom Berg, das Wasser das fließt und seine erfrischende Kühle. Das ist wirklich ein Kraftplatz mit einer ganz besonderen Energie und Ausstrahlung. 

Meine Lieblingsjahreszeit ist sehr schwierig zu sagen, weil ich finde das gerade bei uns in den Bergen alle Jahreszeiten so was Besonderes an sich haben. Man kann sie gar nicht vergleichen, denn jede hat etwas ganz Spezielles für sich. Die ersten Schneeflocken haben was zutiefst Magisches und ich mag sehr, dass es im Winter allgemein wieder ruhiger wird. Die Lichter, alles wirkt ein bisschen gedämpfter, das finde ich wunderschön. Ich liebe den Herbst mit den bunten Blättern, denn die haben ja bei uns wirklich alle Farben, durch die Mischwälder. Im Sommer mag ich die Abende ganz gern, wenn es draußen noch lange hell und warm ist und der Berg so schön vom Abendlicht der Sonne beleuchtet wird und natürlich den Frühling, wenn alles zum Sprießen beginnt. Es ist also wirklich schwer, „die Eine" Lieblingsjahreszeit zu finden. Das ist auch für die Gäste so spannend, denn es gibt meist klassische Destinationen für Sommer- und Winterurlaube. Wir in den Bergen haben da viel Glück und bieten zu jeder Jahreszeit etwas Besonderes. Wir haben Gäste, die kommen lange im Sommer und dann das erstemal im Winter und die sagen dann: „Wow! Das ist ja ganz anders!". Man hat ganz andere Aktivitäten, alles wirkt vertraut und doch neu aber man ist immer noch im gleichen vertrauten Hotel. Das ist schon sehr besonders und es ist ein absolutes Privileg, unseren Gästen das bieten zu können. 

Lieblingstageszeit? Ehrlich gesagt, bin ich eigentlich gar nicht so die Frühaufsteherin, weil ich einfach ein absolutes Gastronomie-Kind bin. Da ist man gewohnt, eher mal etwas länger auf zu sein. Durch meine Kinder stehe ich aber natürlich jetzt dennoch sehr früh auf, weil die ja schulpflichtig sind. Dadurch entdecke ich jetzt aber mehr und mehr, das der Morgen auch etwas Magisches an sich hat, weil alles noch so schön ruhig ist. Manchmal gehe ich morgens ganz für mich allein in den Wald und genieße das dann auch total – einfach wunderschön. Sonst bin ich aber mehr ein Abend-und Nachtmensch, da werde ich dann auch ein bisschen fitter, das ist aber bestimmt eine reine Gewohnheitssache. 

Einer von Marias (und auch einer von unseren) absoluten Lieblingsplätzen im Stanglwirt – der Naturbadesee

DER STANGLWIRT IST FÜR MICH... 

..mein Daheim! Das ist das Erste was mir einfällt, am besten zutrifft und ich glaube auch schon alles aussagt. Das sagen uns auch viele Gäste aus aller Welt, egal woher sie kommen. So ist ja unter anderem unser Slogan „...daheim beim Stanglwirt“ entstanden, denn das haben uns unsere Gäste immer wieder gesagt. Ich glaube, dass der Stanglwirt ein Ort ist, der viele anspricht. Unterschiedlichste Menschen die man oft so gar nicht zusammen unter einem Dach vermuten würde. Jeder ist aber als Mensch und vom Herzen her da und nicht als die Rolle, die er im Alltag einnimmt und ich glaube, genau deshalb kommen auch prominente Persönlichkeiten so gern, weil sie diese Rolle hier ablegen können. Die Bekanntheit, die man in der Öffentlichkeit erreicht hat ist natürlich eine ständige Wertung der eigenen Person und oft eine Bürde und genau das können sie hier mal für ein paar Tage ablegen. Sie werden als ganz normale Menschen wahrgenommen, so behandelt und können sich ganz ungezwungen wie Zuhause fühlen – und um genau das geht es – ein Daheim sein, abseits von Daheim. 

HERZLICHEN DANK FÜR DAS GESPRÄCH LIEBE MARIA! 


BIO-HOTEL STANGLWIRT 

Kaiserweg 1 | 6353 Going am Wilden Kaiser – Tirol/Österreich
Telefon: + 43 5358 2000
daheim@stanglwirt.com 

stanglwirt.com 

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